Sie werden von Freunden zu Ihrer ersten Weinprobe eingeladen, bei einem Weingut oder einem Weinhändler? Wir geben Ihnen Tipps wie Sie sich dabei so richtig “ beliebt“ machen und zielsicher die wichtigsten Fettnäpfe finden. Das ist gar nicht so schwer..

Sie lieben Parfüm – verwenden Sie jede Menge davon!

 Die Sensorik spielt beim Weinverkosten eine große Rolle. Die zarten Aromen eines Weines zu erschnuppern ist eine Übung, die in jeder Weinprobe vorkommt. Ob es florale Noten von weißen Blüten oder frischem Gras sind oder fruchtige Noten nach Kirsche oder Brombeer – Übung macht den Meister. Wenn man über Wein kommunizieren möchte, ist es sinnvoll das entsprechende Vokabular zu kennen. Die Düfte im Wein sind vielfältig und bei bestimmten Rebsorten auch sehr fragil. Bei einem gezielten Einsatz einer Überdosis Ihres Lieblingsparfüms können Sie das alles getrost vergessen – man wird nur eines riechen, Sie!

Alles austrinken, anschließend nach mehr verlangen und aus dem Spucknapf nachgießen

Eine Weinprobe heißt so, weil dort verschiedene Weine probiert werden. Falls man einen Wein nicht mag und ihn deshalb nicht trinken will oder es einem schlichtweg zuviel ist, gibt es ein Ausgießgefäß, das auf dem Tisch steht. Im Laufe der Weinprobe wird das Gefäß immer voller und nicht eine seltsame Farbe an, weil alle Weinfarben, weiß, rosé und rot dort versammelt sind. Trinken Sie erst einmal das Glas mit einem Zug aus, natürlich ohne überhaupt vorher zu riechen, wie der Wein duftet oder seine Farbe zu würdigen. Dann verlangen Sie dass nachgeschenkt wird, bis das Glas fast voll ist. Wenn ihre Freunde dann immer noch nicht vor Scham im Boden versinken wollen, gibt es noch ein letztes Mittel: Sie gießen aus dem Spucknapf nach. Zum Wohl.

Mal schnell rausgehen um eine zu rauchen

Ja, ist schon klar, wenn man süchtig ist, wird es schwer sein mal zwei Stunden auf eine Zigarette zu verzichten. Und zwischendurch mal frische Luft schnappen ist ja auch ganz angenehm. Weniger angenehm ist es für Ihren Sitznachbarn, wenn Sie dann wieder in die Weinprobe zurückkommen. Nichts ist schlimmer als kalter Rauch, er macht jedem anderen Duft den Garaus. Mag sein, dass Sie selbst keinen Unterschied merken und Sie genausogut schmecken wie vorher, aber Ihr Umfeld wird richtig begeistert sein! Wenn Sie dann noch die Tür auflassen, gibt es sogar eine Extraportion Rauch mit dazu. Perfekt

Am besten schon gut angetrunken zur Weinprobe erscheinen

Es muss gar kein Junggesellenabschied sein, man kann auch ganz ohne Grund schon angetrunken zur Weinprobe erscheinen! Der Zenit Ihrer Aufmerksamkeit ist längst überschritten, Ihre Schritte werden unsicher und was Sie da gerade trinken, ist Ihnen auch schon ziemlich egal. Natürlich gehören dazu auch wenig geistreiche Bemerkungen und auf gute Umgangsformen können Sie dann sowieso pfeifen… Wenn Sie es auf den Gipfel treiben wollen, dann schlafen Sie einfach während der Probe ein und schnarchen genüsslich dabei. Und entschuldigen Sie sich bloß nicht für Ihr Verhalten! 100 Punkte.

Möglichst kleine Kinder mitnehmen, die sich furchtbar langweilen

Da Weinproben ein Vergnügen für Erwachsene ist, nehmen Sie am besten möglichst viele kleine Kinder mit zur Weinprobe. Auch wenn Sie ein Au-Pair-Mädchen zu Hause haben sollten, schicken Sie sie bloß nicht mit den Kindern auf den nächsten Spielplatz, sondern bringen sie einfach alle mit. Nach weniger als 20 Minuten ist garantiert was los in der Bude. KLar, können Sie auch Malstifte und Papier mitbringen, aber das zögert das Spektakel nur unnötig hinaus. Mit Wein fangen Kinder einfach nichts an und die Erläuterungen des Probenmoderators interessiert sie null.  Stattdessen kann man Fangen spielen und sich unter den Tischen verstecken. Die Aufmerksamkeit ist den Kindern gewiß. Die Weinprobe allerdings ist garantiert geplatzt!

Solides Halbwissen ungefragt zum Besten geben 

Der Weinprobensprecher ist seit 10 Jahren staatl. geprüfter Sommelier. Er macht im Jahr ca. hundert Weinproben mit den unterschiedlichsten Menschen. Außerdem bewirtschaftet er einen eigenen Weinberg und hat einen Weinkeller mit ca. 1000 Flaschen. Er ist Lehrer für Getränke an der Landesberufsschule für Gastronomie und betreibt nebenher noch einen eigenen Weinblog. Lassen Sie sich davon bloß nicht beeindrucken! Sie kaufen ja schließlich auch ab und zu eine Flasche im Supermarkt

und haben einen Freund, dessen Bekannter mal eine Weinwanderung in Luxemburg mitgemacht hat. Das muss reichen. SIE sind der Fachmann! Machen Sie Zwischenbemerkungen wie: “ wer hat denn den Zucker in den Wein gekippt?“ oder “ Panschen Sie auch manchmal Wein?“ Treiben Sie es jedoch nicht zu bunt, sonst kann es passieren, dass der Leiter der Weinprobe vorschlägt, dass Sie selbst die Verkostung moderieren. Und dann wird es brenzlig….

Zwischendurch mal telefonieren und die Weinproben-Infos auf Google checken

Nichts ist so eindrucksvoll wie ein unwichtiges Telefongespräch, das signalisiert dass Sie eigentlich viel zu beschäftigt sind für eine läppische Weinprobe. Es gibt Wichtigeres auf der Welt, aber Sie wurden quasi dazu gezwungen… Nun müssen Sie auch noch der Frau zuhören, die durch die Weinprobe führt – eine Zumutung! Was erzählt sie überhaupt? Stimmt das alles? Kann man ihr vertrauen? Mißtrauen ist erste Bürgerpflicht, also losgegoogelt. Man kriegt dann auch hundertprozentig nichts mehr mit, von dem was sie erzählt. Gut so! Nur kein Respekt. Sie basteln sich ihre eigene Weinprobe mit Wikipedia. Und zwischendurch trinken Sie einen.

Am Schluß alle angebrochenen Flaschen einsammeln und mit nach Hause nehmen

Es kann bei einer Weinprobe passieren, dass nicht alle Flaschen leer werden. Wäre doch schade um den guten Tropfen… Lassen Sie sich eine Tüte geben und stopfen sie hinein was geht. Mit großem Geschepper ziehen Sie von dannen und hinterlassen dabei einen bleibenden Eindruck!

Wenn Sie nach dem Lesen dieser Post die Lust verspüren an einer Weinprobe teilzunehmen um Ihr neu erworbenes Wissen in der Praxis anzuwenden, dann informieren Sie sich hier oder klicken einfach auf das Bild unten