Warum macht jemand eine Weinprobe mit einer Gruppe? Es ist erst einmal ein geselliges, kultiviertes Event, bei dem sich Leute zwanglos besser kennenlernen können, indem sie zusammen etwas erleben. Und dann geht es um Genuss, das verbindet! Und da Wein mittlerweile zu einem echten Lifestyle Thema geworden ist, können ja hier und da einige Weinkenntnisse nicht schaden…

Zu uns kommen die Wein-Cracks oder die Firma, die ihren Kunden aus aller Welt die deutsche Weinkultur näherbringen will. Es kommen Geburtstagskinder, die ihre Gäste zur Verkostung in unser Probierzimmer einladen. Die Probe kann auch Teil eines Familientreffens oder eines Klassentreffens sein.

Natürlich macht es außerdem auch Spaß auf einem Weingut zu Gast zu sein und das besondere Ambiente zu genießen. Besonders wenn das Probierzimmer auch noch einen grandiosen Seeblick bietet…

 

Wie läuft nun eine solche Weinprobe ab?

Nehmen wir eine klassische Verkostung mit 6 Weinen im Probierzimmer mit Seeblick und Kellerführung. Sie dauert in der Regel max. 2 Stunden. Unser Mitarbeiter, der die Probe moderiert, erwartet die Gruppe vor dem Weinverkauf des Staatsweinguts auf dem sogenannten glatten Stein.

Dort findet dann die Begrüßung statt und es gibt eine kleine Einleitung ins Thema. Dann die erste Frage: warum hat der Staat ein Weingut? Da ist man schnell mittendrin in der Geschichte, Fürstbischöfe, Napoleon, Großherzogliche Domänenkellerei. Immerhin gibt es uns laut Urkunde bereits seit 1210, also gute 800 Jahre. Und Fragen sind immer erwünscht und machen das Ganze spannend.

 

Der junge Weinstock gibt mehr Trauben, der alte aber gibt besseren Wein.

Francis Bacon (1561-1626) englischer Philosoph

 

Dann geht es in den historischen Weinkeller von 1740, den einer der vielen Fürstbischöfe Meersburgs erbaut hat. Er hat einfach den damaligen Stadtgraben von Meersburg mit einem Dach versehen und fertig war der Weinkeller. Bis heute staunen alle, die die Treppen hinabsteigen, denn einen Weinkeller mit Seeblick erwartet keiner. Der riesige Molasse-Felsen auf dem Meersburg liegt, macht’s möglich.

Als erstes ist da dieser besondere Geruch eines Weinkellers den viele geradezu begeistert in sich aufsaugen. Erinnerungen werden wach und schon hier wird klar, der Wein macht etwas mit einem…

Dieser Weinkeller ist kein „Show-Room“ wie viele glauben, sondern unsere Werkstatt und das Herzstück des Weinguts. Deshalb ist der Keller auch während und direkt nach der Weinlese geschlossen, da dort mit Hochdruck gearbeitet wird und kein Platz ist für Besucher in dieser für uns wichtigsten Zeit des Jahres.

Der Wein wirkt stärkend auf den Geisteszustand den er vorfindet; der Wein macht die Dummen dümmer und die Klugen klüger.

Jean Paul (1763-1825) deutscher Dichter und Publizist

Bei einer Runde durch den Holzfasskeller und den Keller mit den Edelstahltanks gibt es meist viele Fragen zu beantworten und wir haben die Möglichkeit mit einigen Mythen aufzuräumen. Zum Beispiel dass Winzer noch arbeiten müssen wie vor 100 Jahren, während alle anderen mit Hi-Tech umgeben sind… Wenn noch Zeit ist, werfen wir einen kurzen Blick in unsere Schatzkammer, wo die die Weine ordentlich nach Jahrgängen sortiert auf ihren großen Tag warten.

 

Mehr See geht nicht!

 

Dann geht es wieder hinauf ans Tageslicht und auf direktem Weg durch den Reithof in das Probierzimmer des Weinguts. Hier passen maximal 44 Personen hinein und wer vor den Fenstern mit Bodenseeblick steht, begreift sofort: mehr See geht nicht!

 

Der Wein wandelt den Maulwurf zum Adler.

Charles Baudelaire (1821-1867), französischer Dichter

Auf der Probenfolge, die jeder Gast auf dem Tisch vor sich liegen hat, sind die sechs Weine aufgelistet, die verkostet werden sollen. So kann sich jeder Teilnehmer Notizen machen oder sich ankreuzen, welcher Wein ihm am besten geschmeckt hat. Der Weinproben-Moderator oder die Moderatorin gibt einen Überblick über die Rebsorten und merkt recht schnell was die Gäste am meisten interessiert. Auch die Sensorik kommt nicht zu kurz. Wie kommt es, dass Weine nach Rosen oder Zitrusfrüchten riechen können? Unsere Weinprobensprecher (wie wir sie respektvoll nennen) sind allesamt qualifizierte Wein-Menschen mit Erfahrung und für uns sehr wertvoll. Denn Weinwissen kann man sich nicht einfach über Nacht in einem Crashkurs aneignen. Das wächst über die Jahre und mit viel Neugierde und Leidenschaft zum Thema Wein.

Es steckt mehr Philosophie in einer Flasche Wein als in allen Büchern dieser Welt.

Louis Pasteur (1822-1895), französischer Chemiker und Physiker

 

Während der Verkostung werden alle Fragen zum Thema Wein beantwortet, die man auf dem Herzen hat. Wir geben Ihnen auch Tipps wie Sie am besten Ihren Lieblingswein finden, wie Wein gelagert werden sollte oder warum Wein im Supermarkt manchmal nur 1,99 € kostet. Oder wir verraten Ihnen wie man eine Weinprobe zuhause organisiert. Denn beim Wein geht Probieren über Studieren!

 

Kleiner Tipp: die Hochsaison für Weinproben sind die Monate Mai und September, hier ist es ratsam, etwas früher anzufragen, besonders wenn es um einen Termin am Wochenende geht.