Traminer ist heute der Sammelbegriff für viele Spielarten dieser Bukettsorte, die meist als gelblich-rötliche Gewürztraminer oder als rote Traminer daherkommt.

Der Traminer wird dabei auch einfach als Synonym für Gewürztraminer verwendet. Er ist eine absolute Rarität in Deutschland und erreicht nur eine Anbaufläche von 1.000 Hektar, das sind 1% der deutschen Rebfläche.  In  der Pfalz stehen 480 ha, in Rheinhessen 200 ha und in Baden (mit Schwerpunkt Kaiserstuhl) etwa 150 ha Gewürztraminer-Weinberge. Auch in Sachsen zählt der Gewürztraminer zu den regionalen Spezialitäten. Die Ertragsunsicherheit verhinderte schon in der Vergangenheit eine Vergrößerung der Rebflächen.

Die Rebsorte ist neben dem Muskateller eine der ältesten Reben in Europa!

Der Ursprung der Rebsorte ist nicht eindeutig nachvollziehbar und es kursieren viele Theorien. Stammt sie aus dem alten Ägypten oder aus Griechenland? Der deutsche Ampelograph (Rebsortenkundler) Hermann Goethe (1837-1911) vermutete eine Abstammung von der antiken Sorte Aminea . Die am häufigsten vertretene Variante deutet auf Tramin in Südtirol hin. Vermutlich aber sind alle Hypothesen falsch…

Zwar wurden Traminer-Weine aus Südtirol seit dem Mittelalter gehandelt, der Name dürfte sich jedoch auf den „Großen Traminer“ oder „Räuschling“ beziehen. Der Räuschling (Großfränkisch, Furmentin) und der Traminer (Kleinfränkisch, Furmentin) sind direkt miteinander verwandt. Der Botaniker Hieronymus Bock (1498-1554) erwähnt in seinem „Kreütter Buch“ von 1546 die Sorte als „Traminner“. Als „Heida“ (Heidentraube) erscheint er 1586 im Wallis.

DNA-Analysen lassen inzwischen vermuten, dass der Traminer aus Wildreben (Vitis vinifera ssp. sylvestris) selektiert wurde. Verbreitungsschwerpunkt war dabei entlang der Westalpen (Savoyen, Wallis, Westschweiz) sowie im französischen Jura und im angrenzenden Elsass, wo die Sorte auch heute noch existiert. Traminer und dessen Kreuzungen können als der Genpool der mitteleuropäischen Rebsorten betrachtet werden. Direkte Traminer-Nachkommen sind zum Beispiel die Sorten Elbling, Spätburgunder (Pinot Noir), Räuschling, Rotgipfler, Sauvignon Blanc, Sémillon, Silvaner und Grüner Veltliner. Der Traminer spielte somit eine entscheidende Rolle bei der Entstehung vieler wichtiger europäischer Sorten.

Der Traminer hat sehr hohe Ansprüche an die Lage. Bei uns steht er deshalb in der Lage Meersburger Rieschen, wo er in jedem Jahr ausreichend Wärme erhält. Die Beeren sind klein und süß, weshalb ihn auch die Vögel sehr lieben… Der Ertrag ist auch ohne die Vögel gering, aber das Mostgewicht überdurchschnittlich gut. Für uns spielt der Traminer wirtschaftlich keine große Rolle und auch seine Vermarktung ist nicht so einfach. Aber wir lieben ihn halt.

Gebrauchsanleitung für Traminer

Bei vielen Komsumenten gilt er als “süßer” Wein, der schwer in ihre Trinkgewohnheiten zu intergrieren ist. Eine Art Gebrauchsanleitung für unseren Traminer wäre :  Öffnen Sie diesen Wein erst, nachdem sie ihn gut gekühlt haben. Als Aperitif macht er eine besonders gute Figur, weil man bei diesem Anlaß eher offen ist für einen außergewöhnlichen und unbekannten Geschmack. In der Vergangenheit war ein gereifter Münsterkäse und ein Traminer eine magische und klassische Kombination. Und sie funktioniert immer noch! Auch wäre eine Kombination mit einer asiatischen, süß-sauren Küche einen Versuch wert…

Und fast hätte ich die Wildpastete vergessen – die passt einfach göttlich dazu!

Je nach Boden und Ertrag sind die Weine eleganter oder schwerer – aber immer mit einer relativ milden Säure. Die Weine verströmen einen Duft, der an abblühende Rosen erinnert; manchmal findet man auch den Duft von Akazienblüten, Veilchen, Honig, Marzipan, Quittengelee, Bitterorangen oder Maracuja. Edelsüße Auslesen können jahrelang gelagert werden.

Egal wie sie ihn probieren, denken Sie daran: Wann immer Sie Traminer oder Gewürztraminer trinken, huldigen Sie diesem Monument der Weinkultur und helfen mit es am Leben zu erhalten.

Für eine Vielfalt im Glas – es  muss nicht immer Riesling sein….

 

2018 Meersburger Rieschen Traminer feinherb

Mit seinem charmanten Duft von Akazienhonig und Rosen betört er die Nase, sein pikanter, würziger Geschmack verzaubert den Gaumen! Der Traminer ist eine der ältesten heute noch angebauten Rebsorten überhaupt und ein Denkmal der Weinkultur! Die Sorte bringt wenig Ertrag, ist jedoch sehr fein mit einem aromatischen, würzigen Duft. Für die Rebsorte Roter Traminer können die Begriffe Traminer oder Gewürztraminer verwendet werden. In Baden sind etwa noch 160 ha mit dieser Sorte bestockt