Endlich ist er da – der Frühling und mit ihm der neue Müller-Thurgau Lerchenberg 2017 vom Staatsweingut Meersburg. Den frisch gefüllten 2017er zu einem schönen crèmigen Wildkräutersüppchen oder zartem Frühlingsgemüse. Da kommt doch Freude auf! Doch bevor ich mich mit diesem gelungenen Wein näher befassen werde, will ich kurz von der Entstehung der Sorte und der Bedeutung des Müller – Thurgaus am Bodensee erzählen.

Die Geburt des Müller – Thurgaus

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein Professor namens Müller– der sich später nach dem Schweizer Kanton Thurgau benannte- mit Kreuzungen von Weinsorten experimentierte, ist er wohl aufgrund der vielen Versuche ein bisschen durcheinander gekommen. Oder musste er so viele Ergebnisse probieren? Auf jeden Fall pries er seine neue Züchtung, den Müller – Thurgau,  als Kreuzung aus Riesling und Silvaner, obwohl er sich insgeheim nicht ganz sicher war.

Endgültig bestätigt hat sich dieser Verdacht im Jahr 1989 durch eine genetische Untersuchung, bei der sich herausstellte, dass Riesling und Madeleine Royal die rechtmäßigen Eltern waren. Das erklärt auch die Neigung des  Müller – Thurgaus zur frühen Reife, geringer Säure und zu großen Trauben, die typisch sind für die eigentlich als Tafeltraube verwendete Sorte Madeleine Royale. Silvaner hat ganz andere Eigenschaften.

Am Bodensee ist der Müller – Thurgau ganz besonders!

Wenn Sie sich umhören, erfahren Sie, dass die Bodenseeregion bekannt ist  für seine feinen Müller-Thurgau Weine. Wie kommt das? Ganz einfach: weil es ist hier so kühl ist. Ja, eigentlich sogar zu kühl für Weinbau, wenn der Bodensee nicht wäre. Diesem „Wärmespeicher“ haben wir es zu verdanken, dass hier tolle Weine wachsen. In der Weinbeere schlummert ein Potential von Aromen. Es ist bekannt, dass vor allem das Klima – neben dem Boden – ausschlaggebend ist für die Aromatik des Weines. Bestes Beispiel ist der Sauvignon Blanc, der in höheren Lagen Noten von grünem Paprika aufweist. In tieferen Lagen dagegen kommen Aromen exotischer Früchte zum Vorschein. So sorgt auch hier in Meersburg das Klima dafür, dass der Müller-Thurgau meist filigraner und hochwertiger ist als in wärmeren Gegenden. Da das Staatsweingut Meersburg strenge Vorgaben bezüglich der Ertragsreduzierung im Weinberg hat, wird auch ein weiterer Faktor zur Steigerung des Qualitätsniveaus erfüllt. Ein feiner und  hochwertiger Lagenwein entsteht.

Nun sollten Sie den Müller – Thurgau vom Meersburger Lerchenberg probieren, der einfach traumhaft gelungen ist: mit feinem Duft, so dass man seine Nase gar nicht mehr abwenden will. Vollmundig und doch elegant. Erfreuen Sie sich an den Aromen von gelben Früchten, den Anklängen von Grapefruit und dem Hauch von getrockneten Aprikosen. Gönnen Sie sich diesen Wein ruhig auch mal solo- ohne Essen.