Neben dem Müller-Thurgau ist der Weißburgunder eine der wichtigsten Weißwein-Sorten am Bodensee. Den Weißburgunder mögen viele Menschen – er hat nicht ganz soviel Säure wie der Riesling, er ist nicht so fruchtbetont wie ein Müller-Thurgau und er ist irgendwie auch in Mode. Man kann nicht viel falsch machen, wenn man einen Weißburgunder anbietet und trinkt. Doch dieser Weißburgunder ist ganz besonders, weil er von einem begnadeten, kleinen Stück Erde kommt, dem Hohentwieler Olgaberg mit 6,5 ha Rebfläche. Diese Fläche teilen sich Müller-Thurgau, Riesling, Sauvignon Blanc, Spätburgunder und Weißburgunder. Deshalb gibt es auch in diesem Weinberg von jeder Sorte nicht wirklich viele Flaschen im Jahr. So ist das bei Kunsthandwerk, wenig Menge, hohe Qualität…

Die Lage Hohentwieler Olgaberg ist Steillage pur

Der Hohentwiel ist der höchste Weinberg Deutschlands mit ca. 520 m Höhe und bis zu 60% Steigung. Der Steillagen-Weinbau ist eine große Herausforderung für uns Winzer und viel aufwendiger zu bewirtschaften als ein „Weingarten“ in der Ebene. Hier sind nicht Traktoren sondern Hi-Tech-Raupen im Einsatz, die nur Fachleute bedienen können. Zusätzlich ist aber viel Handarbeit erforderlich. Seit letztem Jahr haben wir auf eine biologische Bewirtschaftung umgestellt. Besonders schwierig gestaltet sich dabei eine herbizidfreie Bodenbearbeitung. So genau wissen wir selbst noch nicht, wie das funktionieren wird. Es werden Versuche mit verschiedenen Anbaugeräten gemacht und mit Rindenmulchabdeckung gearbeitet. Sicher ist aber, dass ein höherer Arbeitsaufwand entstehen wird.

Vulkanische Vergangenheit

Der Hohentwiel ist Teil der Vulkanlandschaft Hegau. Das vulkanische Gestein Phonolith ist ein spannendes Terroir für unsere Weine. Diese Weine haben einen unverwechselbaren, ausdrucksstarken Charakter. Die mineralischen Noten, die manchem Wein oftmals nur angedichtet werden, finden sich hier – vor allem bei den gereiften Weinen. 

Mein Tipp: 12 Flaschen kaufen, lagern und nach und nach genießen.

Der Name Olgaberg stammt übrigens von der Zarentochter und württembergischen Königin Olga Nikolajewna Romanova (1822-1892). Denn der Hohentwiel war sehr lange Zeit eine württembergische Exklave in Baden.

Hier können Sie Geschichte trinken!