Wein des Monats August 2019 – Meersburger Rieschen 2018

Die Lage Meersburger Rieschen gehört zu dem Spitzenlagen am Bodensee. Die Hangneigung von 20%, die nach Süden hin exponierte Lage und der mächtige Gebäudekomplex des Weinguts im Rücken – all das sind Kriterien, die für die Güte der Lage sprechen. Wenn es mal schneit, schmilz der Schnee hier am schnellsten. So haben die Weinbauern früherer Zeit ganz treffsicher eine gute Lage erkannt.

Neugierig wären wir besonders auf die Entstehung des Namens „Rieschen“. An seiner Aussprache geben sich übrigens die Fremden schnell als solche zu erkennen, trennen diese doch zwischen „s“ und „ch“, so, als handle es sich um „Radieschen“. Der Meersburger spricht bekanntlich das „sch“.  Vielleicht auch weil man es besser aussprechen kann, wenn man bereits etwas getrunken hat…

Für die Bezeichnung „Rieschen“ gibt es nach S. R. Fischer noch eine Reihe von ähnlichen Namen: „Rüsche“ (1361), „Rüeschen (1377), „Ruosch“ (1375), „Ruoeschen“ (1377), „Roesch“ (1444) und „Rüschen“ (1502). Eine eindeutige Herleitung des Namens gelingt ihm nicht. Sein letztes Angebot dazu lautet: aus dem Mittelhochdeutschen ruzze, rotsche, rütsche, rutsche ‚Stelle an einem Abhang, wo Steine herabrieseln’ (S. 239).

zum Wein des Monats - Meersburger Rieschen Riesling 2018

Das trifft es ganz gut, war der Rieschen doch bis zu seiner Flurbereinigung im Jahre 2007 immer von Erosion geplagt und das Bewirtschaften wurde immer mühsamer. Durch eine veränderte Ausrichtung der Terrassen und die Errichtung einer stabilen Steinmauer im oberen Teil der Lage wurde diesem Vorgang Einhalt geboten. Eine Bewirtschaftung dieser Lage ist dennoch als reines Kunsthandwerk zu betrachten: Sehr aufwendig, komplex und mit kleinem Ertrag, reich wird man damit gewiss nicht.

90/100 Punkten für Ruhm und Ehre

Aber wir kämpfen um Ruhm und Ehre – beim Wettbewerb Best of Riesling 2019 errang dieser Wein 90/100 Punkten! Dies ist eine hervorragende Leistung, weil die Vielfalt an Riesling in Deutschland groß und die Konkurrenz hart ist. 45% der Rieslinge weltweit stehen in deutschen Weinbergen.

 

 

Der Riesling ist für den Bodensee eine eher untypische Traubensorte. Bei uns war es der ehemalige Weingutsdirektor Ernst Adams, der als gebürtiger Moselaner von 1964-1984 im Staatsweingut tätig war und den Riesling pflanzen ließ – und zwar nur in den besten Lagen.

Viele Rheingauer Kunden kommen zu uns und kaufen hier Riesling, obwohl der Rheingau eines der wichtigsten Riesling-Anbaugebiete Deutschlands ist. Auf die Frage warum kommt die Antwort: „Weil der Riesling hier nicht so streng wie der Rheingauer ist und nicht so kapriziös wie ein Riesling von der Mosel.“

Probieren Sie selbst!