In diesem Jahr haben sich einige Spaziergänger darüber gewundert, dass unserer Weinberge ganz und gar nicht wie ein schön gemähter Rasen aussehen. Einige haben sich vielleicht auch gefreut: denn wir fördern mit der Aussaat vielfältiger Saatmischungen und dem Aufwachsenlassen der heimischen Flora die Gesundheit der Weinbergsböden, die Widerstandskraft unserer Reben und eine artenreiche Flora und Fauna. Für die Feldhasen und viele Brutvögel ist der Tisch reich gedeckt. Auch Schmetterlinge, Wildbienen, Schlupfwespen, Schwebfliegen und Käfer fühlen sich hier wohl.

Wir warten mit dem Mähen zwischen den Rebreihen so lange wie möglich, damit die Pflanzen blühen, reifen und aussamen können. Auf diese Weise schaffen wir nachhaltig viel größere Flächen für eine ökologische Vielfalt als es vereinzelte Blütenstreifen vermögen.

Das vermeintlich ungepflegte Aussehen unserer Weinberge ist also Absicht. Es erfüllt eine wertvolle Funktion im Biotop Weinberg und führt letzten Endes auch zu einer besseren Weinqualität. 

Malve im Weinberg

Das Staatsweingut Meersburg ist Demonstrationsbetrieb der Insektenfördernden Region Bodensee 

In jeder insektenfördernden Anbauregion werden mindestens zehn landwirtschaftliche Demonstrationsbetriebe ausgewählt und über mindestens 3 Jahre intensiv durch die Bodensee-Stiftung betreut. Demonstrationsbetriebe sind für die Region wichtige Motoren für mehr Insektenförderung in der Landwirtschaft. Sie dienen dazu, bewährte und neue Maßnahmen zur Insektenförderung zu testen und zwar in in flächenrelevantem Maße. Die hier gewonnenen Ergebnisse können auch als Grundlage dienen für die Entwicklung von neuen Vermarktungskonzepten für insektenfreundliche Produkte.

weinberg Mit See

Wichtige Anforderungen an insektenfördernde Betriebe

Im Betrieb sollte eine hohe Motivation zur dauerhaften Umsetzung von insekten- und biodiversitätsfördernden Maßnahmen bestehen. Die Datenerhebung und Dateneingabe mithilfe des Biodiversity Performance Tools kostet Zeit. Hierzu werden allgemeine Betriebsdaten benötigt und zusätzlich noch Faktoren wie die Flächennutzung und die Zusammensetzung der naturnahen Lebensräume erfasst. 

Dadurch ist die Entwicklung und Umsetzung eines betrieblichen Biodiversitäts-Aktionsplans möglich, der an den Betrieb individuell angepasste Maßnahmen beinhaltet. Durch wiederholte, jährliche Anwendung dieses Plans lässt sich die Umsetzung auch nachvollziehen. Auch eine Bereitschaft zur Teilnahme an Monitoringaktivitäten ist elementar. Hierbei wird die Entwicklung von Biodiversität und speziell von Insekten auf den Betriebsflächen erfasst. Diese Maßnahmen werden unter der Mithilfe von Ehrenamtlichen und Naturschutzpartnern durchgeführt.

Mit Flurin und Schafgarbe

Ein Spektrum an insektenfördernden Maßnahmen

Ziel aller Maßnahmen soll sein, die Bedingungen für Insekten und die Biodiversität allgemein deutlich und dauerhaft zu verbessern:

• Mehr und bessere Lebensräume für Insekten: Bestehende Lebensräume erhalten und verbessern sowie neue Lebensräume für Insekten schaffen

• Mehr und besseres Nahrungsangebot für Insekten: Mehr, vielfältigeres und gut über das Jahr verteiltes Nahrungsangebot für Insekten schaffen

• Stoffliche Belastungen für Insekten verringern: Einsatz von für Insekten oder deren Nahrungsgrundlagen kritischen Pflanzenschutzmitteln nach Möglichkeit verringern

Auf jedem Betrieb werden Anzahl und Art der Maßnahmen bei einem gemeinsamen Gespräch ausgewählt. Entscheidend ist, dass der Betrieb bereit ist, sich kontinuierlich zu verbessern. Durch die fundierte Beratung entsteht eine Biodiversitätssteigerung auf dem eigenen Betrieb. Natürlich gehören dazu auch fachliche Fortbildungen  und praktische Workshops zu insektenfördernden Maßnahmen.

  Wir leben seit mehr als 800 Jahren in der Natur, mit der Natur und von der Natur.

Dieses Zitat von Weingutsdirektor Dr. Jürgen Dietrich ist nicht nur ein schöner Spruch. 

Wir möchten langfristig ökologisch verträglich arbeiten, da die Gesundheit der Böden und die Pflege der Natur-und Kulturlandschaft unser Überleben sichert.  Deshalb sorgen wir dafür, dass das auch so bleibt. Um dieses Selbstverständnis auch nach außen zu demonstrieren, ist das Weingut seit 2015 mit dem Nachhaltigkeitssiegel Fairchoice® zertifiziert und seit 2016 das erste klimaneutral arbeitende Weingut Baden-Württembergs. 

Datenschutz
Staatsweingut Meersburg, Inhaber: Dr Jürgen Dietrich (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
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