Wenn Sie als Besucher hier am Bodensee durch die Weinberge rund um Meersburg schlendern, werden Sie bemerken, dass die Reben nicht auf einem Rasen stehen, sondern mitten in einer Vielzahl unterschiedlichster Kräuter und Gräser. Wir im Staatsweingut Meersburg legen sehr großen Wert auf eine breite Vielfalt von Pflanzen und Kleinlebewesen in unseren Weinbergen. Wir verstehen uns nicht als „Weingärtner“ sondern als „Winzer“, da es bei uns nicht wie in einer gepflegten Parklandschaft, sondern eher wie in einem verwilderten Garten oder auf einer Blumenwiese aussieht. Das ist keine Schlamperei, sondern so von uns gewollt: Durch die möglichst große Vielfalt in einem Ökosystem sinkt nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Schadorganismen sich epidemisch entwickeln, weil meistens ausreichend Gegenspieler vorhanden sind. So spielen sich die Populationen aufeinander ein und es können viele Pflanzenschutzmitteleinsätze wegfallen. Lediglich aus anderen Kontinenten eingeschleppte Neophyten und Neozoen bereiten unseren Ökosystemen ernsthafte Probleme. Für sie gibt es hierzulande (noch) keine Gegenspieler. Deshalb müssen sie genau kontrolliert und möglichst gezielt bekämpft werden.

Was wir konkret für die Artenvielfalt in unseren Weinbergen am Bengel und im Jungfernstieg tun, sehen Sie in dieser kurzen Reportage, die RegioTV über die Artenvielfalt bei uns im Weinberg gedreht hat: (Link zum Video)

 

Aus den Weinbergen, die Sie in diesem Film sehen, stammt der 2020er Meersburger Jungfernstieg Weißburgunder, der bei der falstaff-Weißburgunder-Trophy 90 Punkte erreicht hat. Genießen Sie ihn schön kühl abends auf der Veranda.

 

Sehr zum Wohl!

 

 

Ihr

 

Dr. Jürgen Dietrich

Weingutsdirektor