Was Sie wahrscheinlich schon über den Bodensee wissen, sind die Kennzahlen rund um seine geographischen Besonderheiten:

Der Bodensee liegt im nördlichen Alpenvorland und ist das größte Binnengewässer Deutschlands, wenn man die in Österreich und der Schweiz liegenden Teile mit einberechnet. Der Bodensee teilt sich eigentlich in zwei Seen, die durch den Seerhein verbunden sind. In den oberen See mit Obersee und Überlinger See und den südwestlichen See mit Gnadensee, Zellersee und Untersee.Mit seinen stolzen 536km2 ist der Bodensee, der auch Schwäbisches Meer genannt wird, der drittgrößte See Mitteleuropas, nach dem Plattensee in Ungarn und dem französisch-schweizerischen Genfer See. Zwischen Bregenz im Südosten und Stein am Rhein im Nordwesten erstreckt sich der See über 69,2 km Länge. An der breitesten Stelle zwischen Friedrichshafen und Romanshorn ist der Bodensee 14 km breit. An seiner tiefsten Stelle ist der See 251 m tief. Die gesamte Uferlängeumfasst 273 km, wobei davon fast zwei Drittel in Deutschland liegen. Davon liegen 155 km Uferlänge in Baden-Württemberg und 18 km in Bayern.

Was vielleicht neu oder überraschend ist, sind diese 10 Fakten:

Fakt 1: Bodenseewasser kann man trinken

Jedes Jahr werden 180 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus dem Bodensee gewonnen. Die Trinkwasserqualität gilt dabei als hervorragend. Das Wasserwerk

Konstanz misst die Wasserqualität dabei mit sogenannten Wassertierchen (Daphnien). Wenn sich zu viele der Krebstierchen im Wasser tummeln, stimmt etwas mit seiner Qualität nicht und weitere Tests werden veranlasst, um der Störung auf die Spur zu kommen.  Rund 4 Millionen Menschen trinken und nutzen Wasser des Bodensees.  Über 20 verschiedene Stadtwerke und Trickwasserzweckverbände bereiten Trinkwasser auf, so dass selbst Stuttgart teilweise mit Bodenseewasser versorgt wird. Das der See einmal leer getrunken wird, ist dabei glücklicherweise nicht zu befürchten. Denn das genutzte Wasser macht gerade mal ein Prozent des durchfließenden Wassers aus und wird durch den Zufluss anderer Wassereinzugsgebiete nahezu wieder ausgeglichen.

Fakt 2: Am Bodensee kann man erkennen, dass die Erde keine Scheibe ist

Dass die Erde eine Kugel ist, kann man durch die Erdkrümmung am Bodensee erkennen. Wenn man von Südosten, zum Beispiel von Bregenz, nach Nordwesten an das Ufer vor Konstanz schaut, kann man selbst bei bester Fernsicht das andere Ufer nicht sehen.

Fakt 3: Einmal im Jahrhundert kann man auf dem Bodensee Schlittschuhlaufen

Das letzte Mal, das der Bodensee vollständig zugefroren war, so dass man den See zu Fuß überqueren konnte, ist schon über ein halbes Jahrhundert her. Die letzte

„Seegfrörni“, wie dieses Jahrhundertereignis auf alemannisch genannt wird, war im Jahr 1963. Die Voraussetzungen dafür sind dann gegeben, wenn der Winter früh im Jahr beginnt und der Wasserstand des Sees niedrig ist, die Sonne kaum scheint und die Lufttemperatur bis in den März hinein unter dem Mittelwert liegt. Ein Tagebuchauszug aus dem Jahre 1963 zeigt, dass eine Bodenseeüberquerung auf dem Eis ein ganz schönes Wagnis ist:

„Ein gewaltiger Donnerschlag ließ das Eis erzittern, dem zuvor ein Heulen und Krachen vorausgegangen war. Wir merkten plötzlich, wie sich das Eis unter uns zu wölben und zu senken begann. Die Eisdecke bebte, darunter rauschte und gluckste das Wasser immer stärker werdend. Ein zweiter Donnerschlag und Getöse in einer Lautstärke, als ob Düsenjäger über uns hinwegfegten. Wir dachten, jetzt ist unser letztes Stündle gekommen und liefen, als wäre der Teufel hinter uns her.“ Tagebuchauszug von Julius Pietruske, 1963.

Die zwei Freunde von damals, die von Langenargen nach Rheinspitz liefen, erreichten dann zum Glück heil das Schweizer Ufer.

Fakt 4: Am Bodensee kommen drei Länder und sechs Regionen zusammen um Weinbau zu betreiben

Die internationale „Weinregion Bodensee“ wurde von Winzern und Touristikern gemeinsam gegründet. Seit über 200 Jahren wird rund um den See in sechs verschiedenen Regionen in Schaffhausen (Schweiz), im Thurgau (Schweiz), im St. Galler Rheintal (Schweiz), in Liechtenstein (Liechtenstein), in Vorlarlberg (Österreich), sowie am Deutschen Bodensee (Deutschland) Weinbau betrieben. Im Meersburger Weinmuseum, dem Vineum, das 2016 in Meersburg eröffnet wurde, treffen sich Geschichte, Kultur und Wein. Dabei wird der Weinbau am Bodensee auf abwechslungsreiche Art und Weise erläutert und seine Vielfalt, die hervorragende Weine hervor bringt, zum Thema gemacht.

Fakt 5: Der Bodensee hat viele Namen

Der Name Bodensee stammt von dem Ort Bodman im Nordwesten des Sees. Dort errichtete der Frankenkönig Pippin im 8 Jahrhundert nach Christus die Pfalz, den Wohn- und Stützpunkt Bodomo. Fortan hieß der See latinisiert lacus podamicus. Der althochdeutsche Begriff Bodamon bedeutet dabei „auf den Böden“. Mittelhochdeutsch wurde der See dann auch Bodemen- oder Bodemsee genannt, was sich über die Jahre dann zum heutigen Namen Bodensee weiterentwickelt hat. Im englischen wird der Bodensee nach der größten Stadt an seinem Ufer Konstanz benannt: Lake Constance.

Fakt 6: Der Rhein ist der wichtigste Zufluss des Bodensees

Der Rhein durchfließt den Bodensee von Ost nach West. Von Bregenz fließt er als sogenannter Alpenrhein durch einen Kanal in den See hinein und bei Stein am Rhein tritt er als Hochrhein aus dem See aus. Der Rhein selbs

t durchfließt Holland und mündet in der Nordsee. Der Rhein liefert zwei Drittel des zufließenden Wassers, das in den Bodensee einspeist. Das weitere Drittel addiert sich aus über 200 Flüssen, Bächlein und Gräben, die ebenfalls in den Bodensee münden. Da der Rhein Wasser aus den Alpen mitbringt, variiert der Wasserstand des Sees stark. Im Winter hat der Bodensee Tiefstand, denn dann fällt der Niederschlag in den Alpen als Schnee zu Boden. Erst mit Schneeschmelze im Frühjahr beginnt der Wasserspiegel des Sees wieder zu steigen und erreicht im Juni/ Juli seinen höchsten Stand.

Fakt 7: Der Bodensee ist ein wahres Eldorado für zahlreiche Vogelarten

Im Rheindelta an der Ostseite des Sees wächst ein Auwald, der für zahlreiche Vögel einen Rückzugsort bildet. Bis zu 250.000 Zugvögel rasten oder überwintern dabei jährlich am Bodensee. 412 verschiedene Arten wurden dabei schon gezählt. Da es am Bodensee Zahlreiches über Vögel zu Beobachten gibt, hat das Max-Planck-Institut für Ornithologie einen eigenen Standort in Radolfzell angesiedelt.

Fakt 8: Spätburgunder, Müller-Thurgau und Weißburgunder sind die beliebtesten Rebsorten, die am Bodensee angebaut werden

Weinbau am Bodensee wird schon seit dem Mittelalter betrieben. Zu den bekanntesten Rebsorten vom Bodensee gehören Spätburgunder, Müller-Thurgau und Weißburgunder. Das Staatsweingut Meersburgbaut daneben noch ausgezeichneten Chardonnay, Riesling, Sauvignon Blanc, Traminer und Grauburgunder aus. Auch für den aus Spätburgundertrauben gewonnen Weißherbst ist der Bodensee bekannt.

Fakt 9: Jeder dritte deutsche Apfel stammt vom Bodensee

Ein Drittel der gesamten deutschen Apfelproduktion fällt auf die Arbeit von 1600 Obstbaubetrieben in der Bodenseeregion zurück. Der riesige Wasserköper des Bodensees speichert Wärme und gibt diese über das Jahr verteilt ab, was zu sehr milden Wintern führt, die nicht nur den Obst- sondern auch den Weinbau positiv beeinflussen. Ebenso wird ein Teil der Sonnenenergie durch die spiegelnde Wasseroberfläche an die Hänge reflektiert.

Fakt 10: Hunderte Schiffwracks liegen am Grund des Bodensees

Alleine im baden-württembergischen Teil des Bodensees liegen über 300 Wracks auf dem Grunde des Sees. Die Gesamtzahl dürfte, auf den gesamten See bezogen, jedoch weit höher sein. Das Wrack des Schiffes Jura, das am 12. Februar 1864 von Konstanz nach Lindau unterwegs war, kollidierte mit dem Schiff Stadt Zürich. Innerhalb von nur vier Minuten sank die Jura. Das Wrack des Schiffes liegt vor Immenstaad und ist bis heute ein beliebtes Ziel von Tauchtouristen.

Die Vielfalt des Bodensees ist überwältigend. So sind es auch die Weine, die an seinem Fuße wachsen. Finden Sie für jeden schönen Anlass den passenden Wein.